damals, im süden

 

blaue tonnen, von

weiß geblendet,

sonnendraht,

wassernetz.

 

kalksteine

ohne zahl,

weiter in

staubigen schuhen.

 

versprechen von

seetang,

benetzung der haut.

 

strenge archäologie,

gesang zwischen

den sonnenständen.

 

gleiten über die

vorhaben der zeit,

alles, was keinen

namen mehr trägt.

 

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tatort

 

nicht tatort gesehen,

nicht gemeinsam,

nicht alleine,

in keine geschichte gefallen u.

in keine wirklichkeit,

nicht gefahrlos gegruselt u.

delektiert an der schlechtigkeit,

den misständen überall,

nicht im wohligen gekuschelt,

auch nicht zur tür heraus u.

den nächstbesten 

in ein gespräch verwickelt,

carpe diem geflüstert,

überlegt und gewartet,

dass sich alles auflöst

in licht u. farbe,

bei vollem

körpererhalt u.

etwas freiheit.

 

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jamaika

 

jamaika wird kommen, 

falls es gewollt ist.

 

vom

fernseh-sessel 

aus müssen die 

gegensätzlichen gesichter 

nur vereinigt werden

 

zu

einem 

großen amt, 

im dienste der nutzbarkeit.

 

politik heißt sehr viel,

von der zeit her u.

den ganzen

gestaltungsräumen.

 

das ist immer wieder

faszinierend.

 

unterbrechen sie mich

bitte nicht.

 

spaßbäder, feinstaub,

rocketman, zuwandertag.

 

was heißt denn

jamaika

für sie,

hängematte,

kiffen,

reggae.

 

geschnürter

mund,

langstrecken-rhetorik.

 

mir werden sie 

so nicht

jamaika

machen.

 

das bin ich

meinen hosen

schuldig.

 

da soll sich 

der wähler

selbst

ein bild machen.

 

übrigens auch

die kleinen

leute.

 

das ist schließlich 

unsere 

verantwortung.

 

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                          Am Attersee

 

Am Attersee sahen wir uns den von Google gut bewerteten Campingplatz an. Die Straße dorthin führt direkt

am See entlang, Schwerlastverkehr, alles zugebaut, hin und wieder Parkbuchten, Seeblick.

Der Jugendwart gestattet uns einen Blick auf den Campingplatz.

Gleich hinter der Schranke umfängt uns ein Geruch von alten Plastikkisten. Vor uns geht eine Frau wie ein aufgeblähter Tannenzapfen, ihr den Badeanzug überbordender Rücken ist pizbuin-braun. Nun bekommt der Plastikkisten-Geruch eine neue Note von vergorener Sonnenmilch, Bananenschalen und Krampfadern, in

allem ausgeglitscht auf dem Weg zum Toilettenhaus, das sich kenntlich macht durch vergilbte ADAC Magazine

und Durchfall.

Schon im Delirium folgen wir der wankenden Tannenzapfenfrau, deren Rücken vor Sonnenmilch glitscht,

dort, bei den Abfall-Tonnen.

Dauercamper-Wagen mit grauem Vorzelt im postatomaren burned-out-look, als habe man gerade an der

Knobi-Allee die Atmosphäre durchstoßen und die Stelle kenntlich gemacht mit einem blauen Straßenschild,

auf dem 'Petra' steht.

Ein glänzend weißer Scirocco, der von einem Rentner-Paar im späten Alter bearbeitet wird, beide wie vom Blitz getroffen, gebückt, mit bleicher, hängender Haut.

Die Scirocco-Gottheit, Vorschein einer Zeit von Unversehrtheit durch Dauerpflege, wird von der Greisin vorne

mit einem weißen Messlappen in konzentrischen Bewegungen geehrt, ihr Betbruder Blitzgreis hält seinen

weißen Messlappen an die dunklen Türdichtungen seiner Pilotenkanzel, dann reibt er sie zu etwas Schwarzem, Glänzendem, nur er kennt die Tinktur.

An den heilig Angezählten in Adiletten vorbei, führt uns der Weg zum Seezugang. Hier ist alles in Plastik

zerfallen - unter einer Wolke aus Dauerblähung.

Wir fuhren dann hundert Kilometer südlich.